Gewaltschutz

In Fällen häuslicher Gewalt sind die Betroffenen oftmals überfordert und wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Ihr Leben droht zu entgleisen und sie stehen vor der schwierigen Aufgabe, sich selbst und unter Umständen auch ihre Kinder zu schützen.

Meist besteht eine enge soziale Beziehung zum Täter oder der Täterin, welche es den Betroffenen noch schwerer macht, die richtigen Schritte einzuleiten.

In solchen Fällen empfiehlt es sich, mithilfe eines Anwalts ein Gewaltschutzverfahren beim zuständigen Familiengericht einzuleiten. Maßgeblich ist hier das sogenannte Gewaltschutzgesetz. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die darin enthaltenen Vorschriften nicht nur Vorfälle erfassen, bei denen die Betroffenen einer rein körperlichen Gewalt ausgesetzt waren. Vielmehr beinhaltet der Begriff der Gewalt auch Formen psychischer Einwirkungen, wie etwa Stalking und Drohung.

Das Gericht kann, je nach Antrag, verschiedene Schutzanordnungen erlassen. So wird beispielsweise regelmäßig angeordnet werden, dass sich der Täter oder die Täterin der betroffenen Person nicht mehr nähern oder die zuvor gemeinsam genutzte Wohnung nicht mehr betreten darf. Aber auch sonstige Kontaktverbote, beispielsweise in Bezug auf Telefon oder E-Mail sind denkbar.

Hält sich der Täter/die Täterin an den vom Gericht erlassenen Gewaltschutzbeschluss, haben die Betroffenen die Möglichkeit, die Polizei hinzuzuziehen. Der Verstoß gegen den Gewaltschutzbeschluss ist strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Das Gericht kann außerdem Zwangsmittel wie Zwangsgeld oder Zwangshaft anordnen.